Skip to content
close-up-microphone-concert-stage-with-beautiful-lightingweb

Kabarett- und Kleinkunsttage

Kühlungsborn, Kunsthalle

Am 21. Kabarett- und Kleinkunsttage 28.09. bis 01.10.22

28.09. 19.00 Uhr
Kunsthalle Kühlungsborn, Ostseeallee 48
ACHIM AMME – Rotkäppchen & Co.
Für Erwachsene sowieso (Märchen – Parodien)
Wer glaubt, Märchenstunden seien nur etwas für Kinder, kennt Achim Amme nicht. Der bekannte Hamburger Autor, Schauspieler und Ringelnatzpreisträger beweist das Gegenteil: Obwohl der Titel „Rotkäppchen & Co.“ vielleicht Vertrautes erwarten lässt, können sich die Besucher auf ihre Vorbildung in Sachen Grimmsche Märchen nicht verlassen.
Amme hat einige weniger bekannte Perlen und Denkwürdigkeiten aus dem reichen Geschichtenfundus der Brüder Grimm hervorgestöbert und bringt außerdem Werke jüngerer Autoren mit, die sich unterschiedlich respektvoll mit dem Grimmschen Erbe auseinandergesetzt haben. Faszinierend ist dabei zu beobachten, wie der Schauspieler jeder Erzählung ihren persönlichen Klang zu verleihen vermag. So erweckt er die Charaktere seiner Geschichten zum Leben und pointiert geschickt die Intention der Verfasser. Fast hat man das Gefühl, Amme lese den Text zwischen den Zeilen mit.
Neben den erzählerischen Fähigkeiten trägt auch die Zusammenstellung des Programms zum hohen Unterhaltungswert bei. Es bietet einen gut abgestimmten Wechsel zwischen heiteren und nachdenklichen Texten. Die Kürze und Dichte der Geschichten bewirken, dass die Aufmerksamkeit nie nachlässt und die Zuhörer sich auf jedes Märchen neu konzentrieren können.
Die Besucher erwartet ein ungewöhnlicher Märchenabend, der lange nachwirkt.
Eintritt: 20,- Euro; Karten in der Kunsthalle oder unter 038293 / 7540

29.09. 19.00 Uhr
Kunsthalle Kühlungsborn, Ostseeallee 48
ULI MASUTH – Lügen und andere Wahrheiten
Der wahrheitsliebende Mensch lügt. Und das nicht zu knapp. Je nachdem, welchem Experten man glauben darf, 25-200 Mal am Tag. Frei nach Präsident Gerald Ford könnte man also sagen: Die Lüge ist der Klebstoff, der unsere Gesellschaft zusammenhält.
Und das nicht nur im privaten, nein, auch im öffentlichen Leben. Selbst Pressemeldungen kommen nicht ganz ohne aus. Drum heißt es ja auch im Volksmund: Lügen, wie gedruckt.
Weil es aber immer weniger Wahrheit gibt, gibt es auch immer mehr Menschen, die sich auf der Suche nach ihr verirren. Und zwar ins Internet, wo sie – wie meistens – fündig werden. Denn tatsächlich wimmelt es da von Experten, die im Besitz der Wahrheit sind, sie also keinesfalls nur kurz gepachtet haben. Kein Wunder also, dass für Otto Normalverbraucher kaum was davon übrig bleibt.
Was tun? Soll uns die Wahrheit gestohlen bleiben? Oder sollten wir uns etwa mit der halben begnügen, am besten scheibchenweise serviert? Der Vorteil dabei: so liegt sie weniger schwer im Magen und stößt nicht ganz so sauer auf. Der Nachteil: was für den einen noch die halbe Wahrheit ist, ist für den andern schon die ganze Lüge. Was aber hätten wir davon, wenn immer alle die Wahrheit sagten? Den Himmel oder die Hölle auf Erden? Von Mark Twain stammt der Satz: “Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann”. Steckt also Wahrheit hinter jeder Lüge? Machen Sie sich auf eine ehrliche Antwort gefasst.
Ein Kabarett-Programm mit Musik, ohne Gesang, politisch
Eintritt: 20,- Euro; Karten in der Kunsthalle oder unter 038293 / 7540

01.10. 19.00 Uhr
Kunsthalle Kühlungsborn, Ostseeallee 48
INKA MEYER – Zurück in die Zugluft
Die unerträgliche Seichtigkeit des Scheins
Als Kind war jeder Tag ein Sonntag. Als Student immer Freitag. Und heute ist irgendwie ständig Montag. Was ist passiert? Unser Alltag ist ein Ausnahmezustand, der zur Regel wurde. 60% aller Menschen reden mit ihrem PC, wobei 90% persönliche Beleidigungen sind und 20% in Handgreiflichkeiten enden. Was haben Bill Gates und Karl Marx gemeinsam? Beide sind Erfinder von Systemen, die gut gedacht waren, aber die Menschen in tiefste Verzweiflung gestürzt haben. Und mein Arzt meint auch noch, ich solle mich mehr bewegen. Wieso? Ich laufe dreimal täglich Amok!
Was uns bleibt, ist die Flucht. Nur Wohin? Zurück in die Natur? Ich schaffe es ja nicht mal in den eigenen Garten. Neulich habe ich dort einen Riesenkompost entdeckt, sogar auf Stelzen. Dann habe ich gemerkt: „Verdammt! Das ist das Gartentrampolin.“
Deshalb sagen viele Menschen in Deutschland: „Was wir brauchen ist ein Führer!“ Auf Neudeutsch: „Coach“. Zur Selbstfindung. Nur was, wenn mir nicht gefällt, was ich da finde? Mein Chef hat meinen Achtsamkeits-Coach sogar bezahlt. Toll, denn dank meiner Firma weiß ich endlich, dass ich den falschen Job habe. Doch enden meine Bewerbungsgespräche stets mit: „Veni, vidi, violini.“ Übersetzt: „Ich kam, ich sah, ich vergeigte.“
Mal ehrlich: Zu unserem Glück brauchen wir keinen Coach, sondern eine anständige Couch! Ein Platz nur für uns allein. Wo es den gibt? Bei Inka Meyer. Sie ist „die letzte Inka“ des deutschen Kabaretts. Das heißt: Indianerin und Fährtenleserin im Dickicht der Moderne. Die Tochter eines friesischen Orientexperten ist die perfekte Reisebegleitung auf der Suche nach dem verlorenen Spaß. Im Anschluss an ihre Show werden Sie laut ausrufen: „Freunde! Wenn ihr Probleme braucht, ich bin immer für euch da.“
Eintritt: 20,- Euro; Karten in der Kunsthalle oder unter 038293 / 7540