200. Geburtstag des Troja-Entdeckers Heinrich Schliemann in 2022 Neubukow ab sofort „Schliemannstadt“

Neubukow. In Vorbereitung auf den 200. Geburtstag Heinrich Schliemanns, der am 6. Januar 2022 begangen wird, hat die Stadt Neubukow im Oktober 2020 die Verleihung des Namenszusatzes „Schliemannstadt“ beantragt. 

Vorausgegangen war ein entsprechender Beschluss der Stadtvertretung. Aus dem Innenministerium von MV kam nun die positive Antwort dazu: Neubukow wird „nach § 8 Absatz 4 Satz 1 der Kommunalverfassung mit sofortiger Wirkung die dem amtlichen Gemeindenamen vorangestellte kommunalverfassungsrechtliche Bezeichnung `Schliemannstadt´“ verliehen. So wie andere Städte z. B. die Bezeichnungen Hanse-, Barlach- oder Reuterstadt tragen, ist Neubukow nun offiziell mit dem Ehrentitel „Schliemannstadt“ verbunden. Dies wird sich zunächst in einer Ergänzung auf den Ortseingangsschildern zeigen, die zukünftige Besucher*Innen sofort den Bezug zu Schliemann erkennen lässt. Auch die Deutsche Bahn wird die entsprechenden Schilder und Ansagen zum Haltepunkt Neubukow ändern. Für die Neubukower*Innen ergeben sich, außer interessierten Nachfragen und mehr touristischen Besuchen, zunächst keine großen Veränderungen. Ein Wunsch wäre, dass sich alle Einheimischen gemeinsam als Erben des bekanntesten Mecklenburgers Heinrich Schliemann fühlen und den Namenszusatz als erstes Geschenk zum 200. Geburtstag feiern. Zum geplanten Festakt am 6. Januar haben sich bereits prominente Gäste aus der Politik angekündigt, zudem wird ein wichtiger Schliemann-Forscher den Festvortrag halten. 

Weiterhin geplant bei Redaktionsschluss: das Eröffnen der Sonderausstellung „Schliemanns Erben“ (Kooperation mit der Uni Rostock), weitere Ausstellungen mit Schliemann-Bezug im Laufe des Jahres, thematische Beiträge bei Stadt- und Sommerfesten.

Hintergrund

Heinrich Schliemann ist der berühmteste Sohn Neubukows – wahrscheinlich sogar ganz Mecklenburgs. Er gilt als Entdecker Trojas und brachte bei Ausgrabungen den „Schatz des Priamos“ wieder ans Tageslicht. Das Institut für Altertumswissenschaften der Uni Rostock trägt heute den Namen Heinrich Schliemann. Obwohl der Pastorensohn seine Geburtsstadt mit der Familie bereits im Alter von 16 Monaten verließ, erinnerte er sich als russischer Großkaufmann, in Paris lebender Weltreisender und in Griechenland ansässiger Archäologe stets an seine mecklenburgische Heimat. Hiervon zeugen zahlreiche Briefwechsel und verbürgte Besuche. Auch die Neubukower und Neubukowerinnen hielten ihrerseits die Erinnerung wach, wie man überall im Stadtbild sehen kann: an der Schliemannstraße und Schliemann-Schule, dem Heinrich-Schliemann-Klub und der Heinrich Schliemann-Gedenkstätte sowie mehreren Gedenktafeln, einer Stele und einer Graffitidarstellung. 

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